Auf der Suche nach dem perfekten Pinsel

15.07.2018

Wenn man einmal einen richtig guten Pinsel besitzt, ändert sich alles. Man verwendet nur noch den, für große Flächen und Details, und man möchte ihn für immer behalten. Du hast solch einen Pinsel? Dann lernst Du hier, wie Du ihn pflegst und warum er so toll ist. Du hast noch keinen solchen Pinsel? Wir schauen uns gemeinsam an, was es zur Auswahl gibt und am Ende fliegt Deine Hand über's Papier!

Zu Deiner Unterstützung habe ich extra ein Arbeitsblatt gestaltet! Lade es Dir in der Mitglieder-Bibliothek kostenlos herunter.

 

 

 

Ein guter Pinsel

 

Es gibt ja tausende von Pinselarten. Wir werden uns der Einfachheit halber hier nur mit klassischen runden Pinseln beschäftigen, die man hauptsächlich zur Aquarellmalerei braucht.

Zunächst einmal musst Du Dir klar sein, mit welchem Medium du malen willst, also z.B. Acryl, Gouache oder doch Aquarell? Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst, hilft Dir vielleicht mein Guide "In 5 Schritten zu Deinem eigenen Illustrationsstil" weiter. Dort wird auch auf das Medium eingegangen, das am besten zu Deiner Zielgruppe und Niesche passt.

Ein guter Pinsel kann viel Farbe aufnehmen, diese gleichmäßig wieder abgeben und kann, egal wie groß er ist, feine Linien zeichnen, da die Spitze spitz genug ist. Außerdem besitzt ein guter Pinsel die Eigenschaft, nach Aufnehmen von Farbe, Ausspülen und malen immer wieder in seine gewollte Form zurückzuspringen.

Gute Pinsel werden immer in Handarbeit von einem erfahrenen Pinselmacher gefertigt. Einen tollen Artikel hierüber gibt es auf der Webseite von DaVinci.

 

 

Echthaar vs. Synthetik

 

Prinzipiell sagt man, dass man für Aquarell und Gouache eher Haarpinsel und für Öl und Acryl eher Synthetikpinsel nehmen sollte. Grund dafür ist, dass Tierhaare ziemlich empfindlich sind und Öl und Acrylfarben diese eher angreifen. Dadurch ist die Lebensdauer eines Echthaarpinsels bei diesen Medien nicht so lang. Bei der richtigen Pflege kann aber auch hierfür ein Haarpinsel geeignet sein.

Prinzipiell ist die Rotmarderhaltung und auch die "Ernte" der Schwanzhaare absolute Tierquälerei. Deshalb verzichten auch viele Künstler auf Echthaarpinsel und nehmen Synthetikpinsel. Ich persönlich würde auf jeden Fall davon abraten, billige Echthaarpinse zu kaufen. Diese halten nämlich oft nicht lang, die Haare fallen aus, die Spitze ist schnell verbogen oder gespalten und man kann den Pinsel wegwerfen. Wer nicht auf Echthaar verzichten kann, sollte sich also 3-5 richtig gute Kollinsky Marderhaar Pinsel kaufen und diese sehr gut pflegen.

Aber warum überhaupt Marderhaare? Die Schweifhaare des Rotmarders sind extrem flexibel, fein und robust. Außerdem besitzen sie eine extrem hohe Oberfläche, weil sie ganz viele kleine Schüppchen auf der Oberfläche haben. Das führt zu einer ungeschlagenen Saugkraft. Die Pinsel können also mit Abstand am meisten Wasser bzw. Farbe aufnehmen und man kann mit einer Füllung teilweise gefühlt ewig malen oder ein Blatt nass grundieren.

Synthetikhaare haben inzwischen sehr gute Eigenschaften. Sie sind auch flexibel, fein etc. Aber an das Wasserspeichervermögen kommen sie noch nicht ran.

 

Test

 

Ich habe einige verschiedene Pinsel für euch getestet, alle mit Aquarellfarben. Hier sind die Kandidaten:

Bild 1: Getestete Pinsel.

 

Wir haben verschiedenste Modelle hier zur Auswahl. Ich würde den Test in zwei Teile teilen, Synthetikpinsel und Echthaarpinsel.

 

Synthetikpinsel

 

 

Ich habe aus meinem lokalen Kunstmarkt Edelhoff drei verschiedene Qualitäten an Synthetikpinseln gekauft und ausprobiert. Die entsprechen den Pinseln von Jackson. Sowohl der billige als auch der teuerste haben mich echt überzeugt und konnten für Synthetikfasern ziemlich viel Farbe speichern. Beim mittleren war dafür die Spitze am besten. Ich habe relativ große Größen gekauft (#8), aber dennoch sollte die Spitze brauchbar sein. Das war leider beim billigsten nicht der Fall.

Meine Meinung hierzu ist sehr gemischt. Ich hatte auch früher mal DaVinvi Nova Synthetikpinsel, die fand ich sehr gut. Ich denke, Synthetikpinsel muss man ausprobieren. Ich empfehle euch das teure Modell von Jackson(*) und die DaVinvi Nova Serie(*).

Ein ganz anderes Modell sind die Wasserpinsel, die einen eigenen Wasserspeicher im Pinsel haben, zum Beispiel der Pentel Aquash(*). Diese Pinsel sind ganz toll für unterwegs, der Pentel hat sehr gute Synthetikborsten, eine tolle Spitze und allgemein großartige Eigenschaften. Zum Mitnehmen unverzichtbar! Und diese Pinsel können natürlich eeeeewig malen! Nachteil ist hier, dass bestimmte Techniken wie Drybrush und Farbe aufnehmen it trockenem Pinsel natürlich nicht möglich sind.

 

 

 Bild 2 und 3: Pinseltest: Es wurde ausprobiert, wie weit man mit einem voll gefüllten Pinsel kommt. Getestet wurde mit Aquarellfarben. Anschließend habe ich noch die Spitze getestet und die feinstmöglichen Striche mit jedem Pinsel gemacht.

 

Echthaarpinsel

 

Bei den Echthaarpinseln gibt es riesige Unterschiede. Besonders überzeugend finde ich den D&R Aquafine Sable, aber der wird leider nicht mehr produziert, schrecklich! Dafür gibt es aber von Daler & Rowney jetzt den Georgian Sable Pinsel, der eigentlich zum Öl malen gedacht ist. Leider gibt es den nicht auf Amazon, also kein Link für euch. Das wird aber definitiv mein neuer Lieblingspinsel, absolut toll!

Nicht besonders teuer, aber klasse Pinsel sind die sog. französischen Aquarellpinsel aus Fehhaar(*), die mit einem klaren Kunststoff gebunden werden und deshalb etwas "alt" aussehen.

Aus der Miniaturmalerei kommend kenne ich die Serie 7 von Windsor & Newton(*). Als ich zum ersten Mal so einen Pinsel benutzt habe, war ich im 7. Himmel. Eine absolute Empfehlung von mir! Diese Pinsel sind schweinisch teuer, aber ihr Geld sowasvon wert, sowasvon! Ich habe meine jetzt seit vielen Jahren und mit der richtigen Pflege halten die ein Leben lang.

 

Pinselpflege

 

A prospos Pinselpflege: Ganz ganz wichtig! Besonders gute Echthaarpinsel muss man unbedingt gut behandeln. Dazu zählt:

1. Den Pinsel immer gleich nach dem Benutzen in klarem Wasser auswaschen.

2. Niemals mit der Spitze senkrecht auf eine Oberfläche stoßen, auch und vor Allem nicht zum Auspülen.

3. Nicht den Pinsel mit der Spitze nach unten hinstellen oder gar im Wasser stehen lassen.

4. Pinsel regelmäßig mit einer Pinselseife(*) oder einem flüssigen Pinselreiniger(*) auswaschen.

5. Darauf achten, Nur die Haare in Farbe zu tunken oder nach dem Benutzen die Hülse (das Metallteil, wo die Haare drin verklebt sind) gut ausspülen und Farbreste vorsichtig entfernen.

6. Nie Niemals einem Pinsel eine neue Frisur verpassen. Falls einzelne Haare abstehen, kannst du diese vorsichtig mit einem Messer abschneiden.

 

Fazit

 

Und, hast Du Dich schon entschieden? Falls nicht kann Dir sicher mein Arbeitsblatt in der Bibliothek für Mitglieder weiterhelfen! Ich empfehle auf jeden Fall, wenige gute Echthaarpinsel zu kaufen und diese dann gut zu pflegen. Falls Du besonders auf den Tierschutz achtest, empfehle ich gute Synthetikpinsel. Und für alle auf jeden Fall den Pentel Aquash zum Mitnehmen!

 

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Ich bin Lena, ausgebildete Wissenschaftlerin und Illustratorin aus Berlin. Meine Mission ist es, Kindern und Laien Wissenschaft verständlich und illustriert nahe zu bringen. Ich biete Erklärungen, Experimente und Abbildungen für den Unterricht kostenlos an. Außerdem illustriere ich nach Wunsch Dein Buch, Arbeitsblatt oder Deine Ausstellung.

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Lena Schmack | Berlin | mail@lenaschmack.de | +49 162 7223255

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